Sonntag, 24. Mai 2009

Ist mein Musikgeschmack männlich oder weiblich?

Gemessen nach der wissenschaftlich anerkannten RTL-Methode


Sicherlich werden sich einige von euch schon das eine ums andere Mal gewundert haben, wie latent schizophren die Themenauswahl in diesem Blog ist. Vom neusten Disney-Familienspaß hin zu indizierten Mordsspäßen, vom sinnlosen Hirn-aus-Streifen zu Oscar prämierten Dramen. Und diese scheinbare Uneinigkeit mit meiner Zielrichtung findet im Filmbereich längst nicht ihren Abschluss: In den Musikartikeln werden dem Durchschnittsdeutschen absolut unbekannte Metalbands direkt neben dem Soundtrack von heiteren Teenie-Dancepop-Musicals besprochen.

Wäre dies ein Blog, der von einer größeren Gruppe an film- und musiktechnisch völlig gegensätzlich ausgerichteten Freunden geführt wird, wäre es natürlich kein Anlass stutzig zu werden, doch wie ihr wisst stammen hier nahezu alle Artikel aus ein und derselben Feder.
Was muss das für eine Person sein, die ohne eine ihrer sich scheinbar widersprechenden Seiten vertuschen zu wollen, in der Öffentlichkeit des Internets mit Leib und Seele von einem Hard Rock- und Heavy Metal-Festival berichtet und mit unschuldiger Freude alte Disney-Zeichentrickfilme zelebriert? Für mich ist die Antwort ganz einfach, und da ich sie Zeit meines Lebens kenne, empfinde ich eine solche völlig frei von Konventionen am Setzbaukasten zusammengeschusterte Geschmackswelt auch als ganz natürlich. Da andere Menschen dagegen schonmal verwirrt dreinblicken, wenn man etwa einen Kinderfilm und das neue Lordi-Album zur Kasse schleppt, bin ich durchaus positv überrascht, das mein Blog tatsächlich einige Stammleser ansammeln konnte.

Dennoch kommt es mir manchmal so vor, als stünde die Frage "Aber er muss doch in all seiner Uneinigkeit und Vielfältigkeit einen Schwerpunkt haben?" im Raum. Und dank des Wissenschaftsinstitut RTL, genauer gesagt dank dessen seit Jahren erfolgreichem Labor für Musikuntersuchung, vermag ich euch (und mir) zumindest in Sachen Musik eine Antwort zu geben:

In den vergangenen zwei Wochen präsentierte die von Oliver Geissen moderierte Musikwissenschaftssendung Die ultimative Chartshow die anhand einer repräsentativen und unter untrügbaren Forschungsbedingungen erstellten Ergebnisse einer Internetumfrage, welche untersuchte, wie der Musikgeschmack der deutschen Männer und Frauen aussieht. Welche Unterschiede bestehen und was mag wohl der Lieblingssong der gegensätzlichen Geschlechter sein? Ergänzend zum audiovisuellen Vortrag, der an den vergangenen beiden Freitagabenden der interessierten Gemeinschaft von Musikforschern präsentiert wurde, veröffentlichte RTL zwei Tonträger mit zusätzlichen Ergebnissen.

Ich werde euch jetzt die wissenschaftlich erwiesenen Lieblingslieder der Frauen und Männer vorstellen, und die Songs, die mir ebenfalls gefallen markieren. Stellt man die Menge der weiblichen und die Menge der männlichen Lieder gegenüber, wird sich zeigen, welche Chromosome meine innere Stereoanlage aufweist.

Beginnen wir mit den 25 Lieblingsliedern der Frauen:
  1. Bill Medley + Jennifer Warnes: (I've Had) The Time Of My Life (aus Dirty Dancing)
  2. Aerosmith: I Don't Want To Miss A Thing (aus Armageddon)
  3. Bryan Adams: (Everything I Do) I Do It For You (aus Robin Hood - König der Diebe)
  4. Bon Jovi: It's My Life
  5. Dr. Alban: It's My Life
  6. Amy McDonald: This Is The Life
  7. Kelly Clarkson: Because Of You
  8. Whitney Houston: I Will Always Love You (aus Bodyguard)
  9. Silbermond: Das Beste
  10. Sunrise Avenue: Fairytale Gone Bad
  11. Ich und Ich: Vom selben Stern
  12. Sinead O'Connor: Nothing Compares 2 U
  13. Melanie Thornton: Wonderful Dream
  14. No Doubt: Don't Speak
  15. Kate Perry: I Kissed A Girl
  16. Pink: Get The Party Started
  17. Nelly Furtado: All Good Things (Come To An End)
  18. Juli: Geile Zeit
  19. Robbie Williams: Feel
  20. Xavier Naidoo: Dieser Weg
  21. Snow Patrol: Chasing Cars
  22. Fugees: Killing Me Softly
  23. Ville Vallo (+ Natalia Avelon): Summer Wine
  24. ABBA: Dancing Queen
  25. Reamonn: Supergirl
Und diese Lieder sind zusätzlich zu den bereits genannten in der Musikauswahl des forschungsrelevanten Tonträgers:
  • Ayo Technology (Milow)
  • Complicated (Avril Lavigne)
  • Time After Time (Ronan Keating)
  • Love Is All Around (Wet Wet Wet)
  • Join Me (HIM)
  • Goodbye My Lover (James Blunt)
  • Love's Devine (Seal)
  • Fallin (Alicia Keys)
  • Un-Break My Heart (Toni Braxton)
  • I'm Yours (Jason Mraz)
  • Patience (Take That)
  • Don't Stop The Music (Rihanna)
  • The Sweet Escape (Gwen Stefanie feat. Akon)
  • Give It To Me (Timbaland feat. Nelly Furtado & Justin Timberlake)
  • Push The Button (Sugababes)
  • Hamma! (Culcha Candela)
  • Rehab (Amy Winehouse)
  • This Is My Time (Sasha)
  • Nur ein Wort (Wir sind Helden)
  • Bad Day (Daniel Powter)
  • Girls Just Want To Have Fun (Cyndi Lauper)
  • It's A Heartache (Bonnie Tyler)
  • Oh, Pretty Woman (Roy Orbison)
  • Candle In The Wind (Elton John)
  • Blowin In The Wind (Stevie Wonder)
Kommen wir nun zu den 25 Lieblingsliedern der Männer:
  1. Queen: We Will Rock You
  2. ACDC: Highway To Hell
  3. Metallica: Nothing Else Matters
  4. Guns'n' Roses: Knockin' On Heaven's Door
  5. Pink Floyd: Another Brick In The Wall (Part 2)
  6. Nirvana: Smells Like Teen Spirit
  7. Deep Purple: Smoke On The Water
  8. Kiss: I Was Made For Lovin' You
  9. Toten Hosen: Hier kommt Alex
  10. Phil Collins: In The Air Tonight
  11. Ärzte: Junge
  12. Alice Cooper: Poison
  13. Status Quo: Rockin' All Over The World
  14. Falco: Der Kommissar
  15. Rammstein: Engel
  16. Europe: The Final Countdown
  17. Bruce Springsteen: Streets Of Philadelphia
  18. Green Day: Boulevard Of Broken Dreams
  19. Van Halen: Jump
  20. Torfrock: Beinhart (aus Werner - Beinhart)
  21. Genesis: I Can't Dance
  22. Nickelback: Rockstar
  23. Linkin Park: What I’ve done
  24. Johnny Cash: Ring Of Fire
  25. Depeche Mode: Enjoy The Silence
Und diese Lieder sind zusätzlich zu den bereits genannten in der Musikauswahl des forschungsrelevanten Tonträgers:
  • Who Are You? (The Who)
  • Brothers In Arms (Dire Straits)
  • Have You Ever Seen The Rain? (Creedence Clearwater Revival)
  • You Really Got Me (Van Halen)
  • Rebel Yell (Billy Idol)
  • Along Comes Mary (Bloodhound Gang)
  • Dance With Somebody (Mando Diao)
  • Shiny Happy People (R.E.M.)
  • Dance Into The Light (Phil Collins)
  • Sie ist weg (Die Fantastischen Vier)
  • Always Look On The Bright Side Of Life (Monty Python) (aus Das Leben des Brian)
  • Fear Of The Dark (Iron Maiden)
  • Rollin' (Limp Bizkit)
  • Sweet Home Alabama (Lynyrd Skynyrd)
  • Wild Thing (The Troggs)
  • Living Next Door To Alice (Smokie)
  • The Wild Boys (Duran Duran)
  • Shout (Tears For Fears)
  • Wishing Well (Free)
  • Killer (Adamski & Seal)
  • It's A Man's World (James Brown)
  • Angel (Rod Stewart)
  • I Want To Know What Love Is (Foreigner)
  • I'd Do Anything For Love (Meat Loaf)
  • Human (The Killers)
  • The Look (Roxette)
  • Played-A-Live (Safri Duo)
  • Das Boot (U96)
Somit lautet das Endergebnis: 23 Frauensongs vs. 32 Männersongs
Demnach ist mein Musikgeschmack mehr männlich geprägt. Darauf ein Bier! Am besten ein leichtes Biermixgetränk! Ach was soll's, ich geh direkt zu den harten Sachen und genehmige mir 'nen Baileys! Yeah!

Bevor ich mir aber mit einem Gläschen dieses harten Likörs sämtliche Deutschkenntnisse aus dem Kopf hämmere, möchte ich zwei weitere überraschende Erkenntnisse festhalten: Erstens sind unseren ach-so-harten Kerle der Bundesauswahl in der ach-so-übermännlichen Sportart Fußball ziemlich weiblich, schließlich haben sie sich während der WM mit Dieser Weg einen der Frauensongs reingepfiffen haben um sich auf das Spiel einzustimmen, und zweitens haben die Frauen wesentlich mehr Filmsongs in ihrer Lieblingsliste.
Da ich ebenfalls sehr viele Filmsongs zu meinen Lieblingsliedern zähle, müsste ich wohl meinem Frauenwert noch ein paar imaginäre Gummidrops zum Lutschen draufrechnen.

Aber vorher feiere ich mal kurz meine musikalische Männlichkeit. Grrrrruuuuuuhhhhnz!

Update:
Bislang folgten diese Blogger meinem beispiel und testeten ihren Musikgeschmack auf ihr Geschlecht: Kasumi, beetFreeQ, cimddwc, JuliaL49, Stoffel und Steve. Danke an alle, die sich genauso wie ich einen Spaß aus der Hitliste gemacht haben und besonderen Dank an die, die auch auf mich zurückverlinkt haben.

Wer sich dem Spaß noch anschließt, soll sich bitte in den Kommentaren melden, damit ich ihn in die obige Liste mit aufnehmen kann.

Kommentare:

Kasumi hat gesagt…

Ich nenne das nicht "Uneinigkeit mit meiner Zielrichtung" sondern "Vielfallt"!

Sir Donnerbold hat gesagt…

Ich doch eigentlich auch, aber ich hab ja das "Uneinigkeit" ja aus der Sicht anders denkender gestellt.

AlphaOrange hat gesagt…

Ich bin den Listen zufolge 80% weiblich, wer hätte das gedacht *staunender Smilie*

Okay, angesichts der totalen Rock-Dominanz in der männlichen Liste doch kein so großes Wunder.

beetFreeQ hat gesagt…

Sehr schöne Idee. Ich bin über Kasumi's Blog drüber gestolpert und hab mich gleich mal an einer eigenen Auswertung versucht! Seltsamerweise kann ich hier keinen Link einfügen. Also einfach auf meinen Namen klicken, wen's interessiert ;)

Farun hat gesagt…

Sehr seltsamer Test, sehr seltsam.
Aber ich komme auf ungefähr Hälfte/Hälfte,
mein Musikgeschmack ist also Zwitter. Oder so.
Sollte mir das Sorgen bereiten?

Äwe hat gesagt…

mein musikgeschmack ist laut diesem test, eindeutig männlich.

ich frag mich welche damen da gewählt haben =(

stoffel hat gesagt…

Witzige Idee ... trotz weiblicher Gene ist mein Geschmack recht männlich. Da frag ich mich ebenfalls wer da gewählt hat ... aber hauptsache die Leute hören das was sie mögen ;)

Steve hat gesagt…

Hatte fast doppelt so viele Männer- wie Frauenlieder *grunzt* :D

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