Donnerstag, 30. April 2009

DirektZu: Jetzt mische ich auch Mal mit. Beitrag gegen die desolate Medienpolitik


Jetzt werfe ich meinen Hut in den Ring: Nachdem mir bewusst wurde, dass Kommunikations- und Medienwissenschaftsstudenten bereits im Grundstudium gelehrt bekommen, dass sämtliche medienkritischen Aussagen von Politikern wie Frau von der Leyen und Co. an der medienwissenschaftlichen Wirklichkeit vorbeirauschen wie ein wildgewordener Güterzug am Personenbahnhof hielt es mich nicht länger im Zaum. Politiker, die ihren Fachbereich verlassen und dort mitgestalten, wo sie keinerlei Fachwissen aufweisen und ihre Entscheidungen bloß auf Amateurwissen und eigener Beobachtungen stützen müssen aufgehalten werden. Nicht nur, aber gerade in der Medienpolitik. Ob man es möchte oder nicht, die Medien bestimmen den Alltag und das Denken der Leute - dass dieser politische Bereich dann von Personen gelenkt wird, die keine Ahnung von der wahren Medienwirkung haben, sondern Stammtischparolen wie "die Medien sind an allem Schuld!" auf den Leim gehen stellt mir die Nachenhaare zu Berge.

Falls ihr wollt, dass mein DirektZu-Beitrag an Frau von der Leyen (bzw. einen ihrer Schergen) weitergeleitet wird, dann stimmt hier für ihn ab.

Vielen Dank!

Mehr (medien-)politisches:

9 Kommentare:

milan8888 hat gesagt…

Schon alleine aus Neugier obs darauf ne Reaktion gibt hab ich mich registriert und abgestimmt

Green Ninja hat gesagt…

Hehe, die gute Dame hat sicher nicht mit so Jungs wie uns gerechnet :D

Sir Donnerbold hat gesagt…

@milan8888: Wow, vielen Dank für das Engagement. Sooollte der Beitrag echt weitergeleitet werden, bin ich ebenfalls sehr auf die Antwort gespannt. Die "arme" Assistentin von Frau von der Leyen wird dann ja erstmal das von mir angesprochene Kommunikationsmodell nachschlagen. Bedeutet ja Arbeit, statt einfach vorgefertigte Textbausteine zusammenzusetzen.

Und danach... was will man mir entgegnen? Ich bin mir sicher, dass sie sich schon was aus der Nase ziehen wird. Aber WAS könnte ein Argument gegen die Bitte, sich Fachmeinungen einzuholen, sein? Ich tippe auf "machen wir schon und wir wissen mehr über Medien als Sie, junger Herr sowieso!"

Vielleicht kommt aber echt eine gescheite Antwort. Und in einer utopischen Welt käme der Leyen die Erleuchtung... Ok, ich träume wieder...

@ Green Ninja: Ich höre schon die Assistentin...
"Ursula! Ursula! Sch...eibenkleister noch eins, es gibt wirklich Bürger, die kritische Fragen stellen, statt um Rat zu bitten, den man überall anders finden könnte! Was sollen wir tun?!"

(Mögliche Antwort: "Schmuggelt via Bundestrojaner böse Videos auf ihren Rechner und nimm sie vom Netz..." ... Hey, DAS hätte mein Aprilscherz sein sollen...)

Green Ninja hat gesagt…

Naja, ich hab eh den Eindruck, dass sich grade noch nicht einmal die Sekretärin um die Seite kümmert, da wurde seit über nem Monat nichts mehr beantwortet :D

Sir Donnerbold hat gesagt…

Vielleicht haben sie auch den Ghostwriter gefeuert ("Du Idiot hast zweimal die selbe Antwort gegeben, jetzt WISSEN die, dass wir uns einen Dreck um die kümmern!") und suchen verzweifelt einen neuen.

Andi hat gesagt…

Unheimlich gut geschrieben, aber etwas am Ziel vorbei.
Du willst ja eigentlich nur, dass die neuen FSK-Kennzeichnungen verschwinden. Im Brief schreibst du dazu, sie soll sich von Medienexperten beraten lassen, die ihr sagen, dass Filme und Videospiele (das lasse ich mal unkommentiert) eine Kunstform seien. Ich glaube noch nichtmal, dass sie dem abgeneigt wäre, nur folgt daraus nicht die logische Konsequenz, dass ihr diese Herrschaften auch gleichzeitig klar machen, dass die "Flatschen" wegmüssen, weil Filme nur aus dem Grund ihrer Eigenschaft als "Kunst" dieser Kennzeichnung entbehren.
Das Problem sind doch eh eigentlich nur die Verkäufer/innen die jedem kleinen Zwackel alles verkaufen, da können die Warnhinweise auf DVDs, Kippenpäcken etc. noch so groß sein. Geändert hat sich bisher nichts. Ganz abgesehen davon, dass ein 12-Jähriger, der unbedingt einen Film ab 16 sehen will, sowieso dank Internetzugang, den er von seinen Eltern schon mit 7 geschenkt bekommen hat mittlerweile eh mindestens 5 Seiten kennt, wo er ihn sogar kostenlos runterladen kann. Wieso also noch in den Laden gehen?

Mit deiner Trennung zwischen Kunst und Unterhaltung bin ich auch nicht ganz einverstanden. Meiner Meinung nach geht beides Hand in Hand.

Sir Donnerbold hat gesagt…

Mir geht's nicht nur um die Flatschen. Mir geht's generell um bessere Medienpolitik. Die Flatschen habe ich nur eingebracht, weil's ein aktuell tolles Beispiel für diese grauenhafte Politik ist.

Und wo sage ich denn, dass Kunst und Unterhaltung getrennt werden müssen? Ich sage doch, dass Filme mehr als Unterhaltung sind und Kunst sein können. Gibt Fälle, die man in beiden Kategorien einsortieren kann, andere nur in eine von beiden. Das auch noch zu erläutern hätte mich aber wieder über die 600-Wörter-Grenze von DirektZu katapultiert.

Außerdem: Liest du diesen Blog überhaupt? ;-) Könnte ich sowas wie die WALL*E Rezension schreiben, würde ich denken, dass unterhaltsame Filme nichts künstlerisches sind?

Anonym hat gesagt…

An "Andi":
Donnerbold scheibt in seinem Beitrag doch "Filme machen nicht nur Unterhaltung, sondern auch Kunst". Okay, ich verstehe, dass man den Satz einzeln gelesen in zwei Richtungen deuten kann. Aber allein im Kontext des "Direkt zu"-Textes wird an sich klar, wie er es meint. Und selbst wenn man es nicht versteht, ist es für DIESEN Text egal, ob Filme beides gleichzeitig sein können, oder eins von beidem. Und wenn Donnerbold sagt, dass er nicht ausführlicher schreiben konnte, dann nehm' ich dieses Missverständnis hin.

Vor allem, weil man als Blogleser echt ohne nachzudenken dahinterkommen sollte, was er wirklich meint. Ich mein, hallo?! Mit dieser Leidenschaft, mit der hier angeblich reine und dumme Unterhaltungsfilme interpretiert werden KANN er nicht denken, dass sie nur unterhalten. Ich denke vor allem an die ganzen "Fluch der Karibik"-Interpretationen letztens. Er hat doch einen auf Literaturprofessor gemacht... Ja... strikte Trennung von Kunst und Unterhaltung.

Beim Lesen auch Mal auf den Kontext achten. Nur so als Tipp.

(und wird hier nicht oft genug das Wort "Filmkuns" verwendet...?)

p.s.: Videospiele KÖNNEN Kunst sein. Aber das müssen sie nicht gleich. Ist bei Büchern nicht anders. Schulstoff taugliche Bücher sind in der Unterzahl. Das meiste sind Witz-, Kochbücher und Co. Bei der jungen Form des Videospiels nicht anders. Dieses "Flower" dagegen sieht schon nach Kunst aus...

Gezeichnet:
"Fauntleroy"

Andi hat gesagt…

So, jetzt habe ich mal kurz Zeit um hier dem Herrn "Fauntleroy" in aller Kürze zu schreiben, dass er, wenn er gar nicht genau weiß, was ich mit dem letzten Satz meinte, den ich der Kürze halber nicht länger ausführen wollte, es bitte unterlassen solle, mich hier frech angreifen zu wollen.

Ich wollte damit andeuten, dass der Begriff "Kunst" zu ungenau definiert ist und in der Praxis leider oft dazu dient, Unterhaltsames von elitärer Seite abzuwerten, tatsächlich vieles, was dann aber "Kunst" genannt wird in Wirklichkeit nur Schwachsinn ist, der bloß intelektuell verkauft wird.

Kommentar veröffentlichen