Donnerstag, 5. Februar 2009

Desperate Housewives 5x04: Neid

Nachdem in der letzten Staffel vor allem Lynette die durchgehende dramatische Handlung für sich pachtete erhält in dieser Staffel allem Anschein nach Bree ihre Position als die Dramaqueen der Wisteria lane zurück. Und bedenkt man, dass Bree vor allem in der zweiten Staffel, aber auch in Teilen der dritten Staffel (dank Marcia Cross toler Leistung) das absolute Highlight der Serie war, stört dieser Wechsel wohl kaum.
Bree steigt die Karriereleiter immer weiter hinauf und wird deshalb von ihren Freundinnen stark beneidet. Vor allem Lynette, die ihrer Zeit als erfolgreiche Werbefachfrau vermisst, kommt mit Brees Erfolg nicht wirklich klar. Brees Beziehung zu Orson krankt weiterhin, er verlässt sogar das Ehebett um lieber im Gäsetzimmer zu schlafen.

An die Größe der Geschichten, die Bree früher durchmachte reichen diese Probleme nicht ganz heran, dafür sind sie zu wenig überzeichnet und auch realistischer. Das macht Brees Drama jetzt nicht schlechter, nur ruhiger. Aber bei Desperate Housewives kann es ja nicht immer um Mord, Totschlag und extrem konservative Reinlichkeitsfanatiker gehen.

Sehr zu meiner Freude wird die Garagenbandgeschichte von Tom in dieser Episode weitergeführt, wenn auch nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Dave, der immer mehr mit seinen unterdrückten Wutanfällen zu kämpfen hat, drängt Tom nämlich dazu, unbedingt Mike in die Band zu holen. Es sieht also so aus, als ob Dave es auf Mike abgesehen hat - was ihm natürlich wieder mehr zu tun gibt, als ständiges Bestandteil der Beziehungsdreiecks von Susan zu sein und ihn wieder - wie in Staffel 1 - zum Teil des Staffelgeheimnisses machen würde. Zwar ist es gut, wenn Mike wieder aus dem Schema ausbrechen kann, doch mir wäre etwas völlig neues für das große Geheimnis schon lieber.
Und was auch immer Dave vorhat - seine Herangehensweise ist definitiv originell, dass muss man ihm lassen.

Die Geschichte von Susan und Mike ist ganz lustig, wenn auch schnell wieder vergessen: Mike möchte unbedingt mehr Zeit mit seinem Sohn verbringen, weshalb er ihm ein Fahrrad schenkt. Doch Susans Neuer bringt dem kleinen Maynard das Fahrrad fahren bei... Susans Lösung ist gewohnt dämlich, wird aber kurz abgehandelt und behält so ihren Witz.

Mein Episodenhighlight war dieses Mal die Geschichte von Gabrielle und Carlos, die beim blinden Sex von ihrer Tochter überrascht werden. Auf Carlos Rat hin klären die zwei ihre Tochter auf, was allerdings laute Folgen nach sich zieht. Sehr witzig, wenn auch ein wenig zu kurz.

Überhaupt kämpft Desperate Housewives spürbar mit der Fülle des Casts, und in dieser Episode ging er verloren: Mit Ausnahme von Susans Geschichte, die genau richtig abgestimmt war, hätte man allen anderen Storys noch viel mehr Zeit einräumen können und sollen, wenn man sie gelungena brunden möchte. Aber was will man machen, wenn eine Folge rund vierzig Minuten dauert, und es neben den vier "Haupt-Hausfrauen" Susan, Bree, Lynette und Gabrielle noch mit Katherine und Edie zwei weitere Maincast-Mitglieder hat, und dann noch so herrliche Nebenfiguren wie Mrs. McClusky und den kompletten männlichen Cast hat, auf den mittlerweile immer mehr Rücksicht genommen bzw. Zeit eingeräumt wird.
Das ist schade und ich hoffe, dass man die Balance zwischen den einzelnen Figuren und ihren Storylines wieder herstellen kann.

Neid war als Gesamtfolge betrachtet immer noch besser, als es hier klingen mag, wenn die einzelnen Elemente auseianndergepflückt werden. Marcia Cross' emotionale Szenen waren wieder super gespielt, Felicity Huffmann vereinte in dieser Folge ihr komödiantisches und ihr dramatisches Talent und die Gaby-Story war wieder herrlich witzig. Der durch die knapp bemessene Sendezeit versetzte Dämpfer lässt die Folge für mich dennoch ein bisschen gegenüber der zweiten Hälfte der vierten Staffel zurückstehen.

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