Schluss damit! Ab heute beginnt die Revolution. Hier sind zehn unschlagbare Argumente, die beweisen, dass wir besser sind als jene. Verbreitet diese Liste! Macht die Botschaft kund! Helft mit eine bessere Zukunft für uns Filmfans zu gestalten!
1. Finanzen. Filme sind ein günstigeres Hobby als Sport. Die Qualität eines Films entscheidet nicht beim Preis - Kinokarten kosten stets zwischen 2,50 und 8 Euro. Egal wie gut der Regisseur oder die Darsteller sind. Versucht dagegen Mal die Karten für ein Fußball-Kreisligaspiel mit Eintrittskarten für ein Spiel derFußball-WM zu tauschen.
2. Soziale Verträglichkeit. Wenn ein Bundesligaspiel stattfindet, kann man als normaler, fußball-desinteressierter Mensch nicht in Ruhe in die austragende Stadt gehen und einen trinken. Die Kneipen, Busse und Bahnen sind voll mit gröhlenden, trommelnden, rülpsenden und "singenden" Fußballfans. Die Polizei schiebt Sonderschichten. Wenn man nicht aufpasst, tritt man alle paar Meter in Kotze. Habt ihr das schonmal erlebt, wenn in eurer Heimatstadt ein Kinofilm anläuft?
3. Die Leistung der Gefeierten. Ganz Deutschland ist während eines Turniers stolz auf seine Sportler. Vor allem beim Fußball. Die Nationalelf vertritt doch unser Land, heißt es, wenn man verdattert nachfragt, warum alle so euphorisch sind. Es geht um den Ruf der Nation, sie vollbringen eine Leistung für das ganze Land. WIR stehen da auf dem Platz. Aha... Elf Männer und ein Trainer. Die 90 Minuten lang hin- und herlaufen. Nehmen wir einen Film dagegen. Eine Filmcrew ist riesig, und jeder einzelne arbeitet monatelang am Film, der stellvertretend für unsere Kinolandschaft in der ganzen Welt gesehen wird. Deutschland zeigt, was es handwerklich und künstlerisch drauf hat. 100 Mann aus allen Schichten (Bildungsbürgertum, Künstler, Handwerker) repräsentieren unser Land, nicht bloß elf Leute, die allesamt fitter sind, als der deutsche Durchschnitt und somit kaum repräsentativ sind. Man sollte zur Oscar-Saison in Deutschlandflaggen gekleidet rumlaufen.
4. Die Nachsicht der Fans. Sportfans sind selbstverliebt. Sie wollen, dass das ganze Stadion und die Millionen von Zuschauern an den Bildschirmen ihre Gesänge hören. Sie wollen, dass sie in ihren knappen und auffälligen Outfits von den Reportern gefilmt werden (vor allem die Frauen in Nationalfarben-Bikinis). Sie übertönen die Sportler. Cineasten dagegen sind still, wenn ein Film läuft. Sie wollen, dass alle das Schaffen ihrer gefeierten Stars mitbekommen. Und zwar jede Nuance. Filmfans sind nachsichtiger - und deshalb besser.
5. Filme sind auch nüchtern gut. Geht mal auf eine Sport-Großveranstaltung. Fast alle sind besoffen. Geht mal ins Kino. Keiner ist besoffen. Was sagt uns das? Genau. Sport ist nur betrunken zu ertragen. Da erzähle mir Mal einer, dass Sport wirklich gut sei... (Filme sind übrigens auch besser als Musik. Geht einfach auf ein Musikfestival und zählt die nüchternen Leute...)
6. Filme haben eine höhere Halbwertszeit. Schonmal ein Autorennen gesehen? Zweimal? Dreimal? Einmal alle zwei Monate? Nein. Wohl kaum. Wenn man weiß, wie es ausgeht ist Sport stinklangweilig. Einen guten Film kann man sich dagegen immer wieder ansehen. Deshalb werden Filme ja auch öfter im Fernsehen wiederholt, als Sport-Matches. Denkt Mal drüber nach...
7. Filme zerstören keine Beziehungen. Na, wer kennt es nicht, das Bild von der genervten Ehefrau, die während der WM für ihren mann zur Luft wird? Oder das Bild von der Ehefrau, die von ihrem mann angeschrieen wird, weil sie im Bild ist? Oder das der Geliebten, die allein im Restaurant wartet, während ihr Date noch die Verlängerung verfolgt? Ja, Sport muss aus dem oben genannten Grund live geguckt werden. Filme dagegen nicht. Die geile Ische von nebenan klingelt bei euch, um sich Zucker auszuleihen, erweckt eure Gelüste und bewundert eure DVD-Sammlung, woraufhin sie ein Rendez-Vous vorschlägt... morgen um 20 Uhr? Was, um die Zeit kommt Hancock im Kino? Kein Problem, der kommt in einem Quartal eh auf DVD. Also könnt ihr die Tante knallen und euch den Film ansehen. Was für eine glückliche Welt, die der Sportfan nie kennen lernen wird! (Leserinnen dieses Blogs ersetzen bitte "Die geile Ische" durch "Der geile Macker", "sie" durch "er" und "die Tante" durch "den Kerl". Je nach Vorliebe könnt ihr auch "knallen" durch "euch durchorgeln" ersetzen, aber wie ich meine Zielgruppe kenne, seid ihr alle emanzipiert und nehmt die Sache lieber selbst in die Hand, als die passive Rolle zu übernehmen..)
8. Sport macht aggressiv. Ich kenne Leute, die Freunde von gemeinsamen Freunden hassen, weil sie einen anderen verein gut finden als sie selbst. Bei einer WM kommt es stets zu Prügeleien zwischen den Fans der gerade antretenden Mannschaften. Die Erbfeindschaft zwischen Vereinen / Nationalmannschaften hat eine große Tradition. Was lehrt uns das? Sport muss die Menschen irgendwie aggressiv machen. Filme tun das nicht. Ich habe jedenfalls dieses Wochenende keine Prügeleien zwischen den Fans von Leg dich nicht mit Zohan an! und Mamma Mia! vor den Lichtspielstätten dieses Landes beobachten können. Dabei liefern sich diese Filme einen heißen Kampf in den Kinocharts. Und wenn Fans von Filmen mit einem Ausrufezeichen im Titel nicht aggressiv sind, welche Filmfans sollen es dann bitte schön sein?
9. Sport macht sehr aggressiv. Wie oft hat man schon in den Nachrichten gelesen, dass Fußballer bei der Heimkehr in ihr Land erschossen wurden, weil sie ein Eigentor machten? Wie viele Chinesinnen wurden bereits kastriert, nachdem sie nur die Bronze-Medaille geholt haben? Unzählige dieser Fälle sind uns bekannt... Doch habt ihr mal davon gehört, dass ein Oscar-Nominierter erschossen wurde, weil er die Statue NICHT gewonnen hat... Zählt einfach Eins und Eins zusammen...
10. Filme sind angenehm für Schüler. Gäbe es eine Statistik über Menschen, die dank des Sportunterrichts in der Schule irgendeine Paranoia oder ein Trauma hinterlassen haben, sie würde durch die Decke schießen. Sogar durch die Decke des Empire State Buildings. Sei es, dass Mädchen plötzlich auf die Idee kommen, ihr Busen sei zu klein (Hänseleien in der Umkleide), Jungs sich nicht mehr vor ihrer Geliebten sehen lassen können (im gemischten Sportunterricht rutschte die lockere Hose... und weil man zu spät dran war, verzichtete man beim Umkleiden vorher auf die Unterhose), Menschen eine panische Angst vor Bälle haben (weil sie sie dauernd gegen das Gesicht geschossen bekamen), oder dass viele, viele Leute urplötzlich eine Versagensangst entwickeln oder sich vor Älteren Männern fürchten ("Ich muss mit dir gleich über deine Note sprechen Susie... Geh doch schonmal in die Umkleide!")... Der Sportunterricht forderte viele Opfer. Und sei es auch bloß, weil man am Montag in der Oberstufe aufgrund des Sportunterrichts am Nachmittag nicht mehr für seine schwachen Fächer lernen konnte und deshalb nur knapp sein Abitur schaffte. Der Sportunterricht macht manchen Spaß, und gibt vielen Leid. Doch kennt ihr irgendjemanden, der ein Trauma aus dem Filmunterricht mitnahm?
Ich weiß was ihr denkt. Aber ihr müsst mir kein Denkmal bauen. Zumindest nicht hierfür. Das habe ich doch gerne gemacht.
Wer will kann mir natürlich dennoch einen Scheck überweisen. Wichtiger ist allerdings, dass ihr diese Liste verbreitet.
Dieser Artikel ist offensichtlich satirisch gedacht. Mögliche Obszönitäten oder Grenzüberschreitungen, Beleidigungen oder intolerante Bemerkungen sind Teil der Kunstform und decken sich nicht mit dem üblichen Vokabular und/oder Gedankengut des Autos. Wenn ihr echt das hier lesen musstet, um dahinter zu kommen, dann gute Nacht...
Wie gesagt... Weg mit den Sportfans! Allen!


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