Mittwoch, 16. April 2014

Entengeschnatter: Darren Aronofskys "The Wrestler"


Es wäre thematisch ja durchaus passend, würden sich Antje, Stephan, Stefan und Sidney im Podcast über The Wrestler die Köpfe einschlagen. Nun .... das passiert nicht! Dennoch kommt es zu angeregten Diskussionen rund um Darren Aronofskys bodenständigstes Werk. Und daher sei euch allen auch dieses Mal viel Spaß mit dem Entengeschnatter gewünscht!

Dienstag, 15. April 2014

Die Top 5 Schattenseiten der disney'schen Muppet-Ära


Bei der Walt Disney Company kümmert man sich derzeit sehr liebevoll um Jim Hensons herzliche und extrem ulkige Filz- und Plüschtruppe. Zwei Kinofilme in weniger als drei Jahren, zahllose grandiose Fernsehauftritte, liebevoll gestaltete Social-Media-Präsenzen und es wird sogar nach Möglichkeiten gesucht, wie sich eine reguläre Live-Bühnenshow mit den Muppets am Broadway bewerkstelligen ließe. 

Aber es ist im Haus der Maus selbstredend nicht alles rosig für die Muppets. Bevor Muppets Most Wanted endlich in die deutschen Kinos gelangt (und dort hoffentlich sehr gut abschneidet), sei daher dem Drang zum Negativismus genüge getan. Hier sind sie, die (meiner Ansicht nach) ärgsten Schnitzer und einschneidendsten Ärgerlichkeiten, die Muppet-Liebhaber erdulden mussten, seit die Walt Disney Company 2004 die Muppets endgültig übernahm.

Platz 5: Diese Titel …
So toll der 2011 veröffentlichte Film Die Muppets und der in Deutschland bald startende Muppets Most Wanted sein mögen: Ein Blumentopf lässt sich mit deren Titeln nicht gewinnen. Gewiss, die Muppets waren noch nie berühmt für ihre kreativen Filmtitel: Der erste Muppet-Film heißt schließlich Muppet Movie und der zweite Film war aufwändiger, hatte eine Krimihandlung und hört auf den Namen Der große Muppet-Krimi. Aber einen Film über die Muppets Die Muppets zu nennen, das ist außerordentlich fragwürdig, erschwert dies Gespräche über die Muppets doch ungeheuerlich, muss man nun doch stets spezifizieren, ob man von den Figuren oder dem Film spricht. Darüber hinaus muss auch noch zwischen „dem Muppet-Film Die Muppets“ und „dem Muppet Movie“ getrennt werden … Alles recht albern! Der neue Muppet-Film hatte dann einen den Humor dieser Figuren treffenden und unterschwellig auch den Namen des vorhergegangenen Teils persiflierenden Arbeitstitel, der wahrlich zum Niederknien ist: The Muppets … Again!. Darauf muss man erst einmal kommen, und dann wird auch noch im Film grandios darauf eingegangen … Dumm nur, dass das Disney-Marketing herausfand, dass Muppets Most Wanted eine klarere Vorstellung davon vermittelt, wovon diese Produktion handelt – und somit diesen Titel durchdrückte. Dabei weckt der Arbeitstitel positive Reaktionen (ein Schmunzeln, Neugier, worum es denn gehen könnte …), während Muppets Most Wanted erst recht im Zusammenspiel mit den miesen Postern so wirkt, als hätte jemand ein abgewiesenes 90er-Jahre-Skript für einen Muppet-Videofilm mit kindischer Zielgruppe raus gekramt.

Und wenn wir schon bei der Betitelung sind: Muss das offizielle Muppet-Logo wirklich eine langweilige Standardschriftart mit einem M im Kermit-Look sein? Das sieht dröge aus und stellt zudem Kermit zu sehr in den Vordergrund!

Platz 4: Disneys Faulheit, wirklich alle Muppet-Projekte zu übernehmen
Als Disney den Comicgiganten Marvel schluckte, verloren Konzernchef Bob Iger und sein Team keine Zeit, die problematische Rechtslage rund um die Marvel-Lizenzen so weit wie nur möglich zu lichten. Die Filmrechte an einigen Figuren, wie etwa Spider-Man, konnten nicht zurückgewonnen werden, dafür klammern sich Sony und Fox einfach zu sehr an ihren einst mit Marvel abgeschlossenen Verträgen. Aber Disney ließ sich nicht lumpen und sicherte sich immerhin zunächst die bei Paramount liegenden Vertriebsrechte an Iron Man 3 und The Avengers, später folgte zudem ein Deal, der die Heimkinorechte der Paramount-Filme aus dem Marvel Cinematic Universe zum Maushaus brachte. Ein ähnliches Spiel bei Star Wars: Disney lotete aus, ab wann die Heimkinorechte der ersten sechs Teile der Saga nicht mehr bei Fox liegen müssen und wird sie ab dann verleihen. Und bei den Muppets? Die in Zusammenarbeit mit Sony finanzierten Filme Die Muppets erobern Manhattan und Muppets aus dem All und diverse TV-Specials liegen weiterhin bei früheren Rechteinhabern, was Muppet-Komplettboxen nahezu unmöglich macht. Wenn es aber möglich ist, die Auswertungslizenzen für Marvel-Filme abzukaufen – kann es dann so schwer sein, wenigstens die wichtigsten ausstehenden Muppet-Produktionen abzuwerben? Geld genug hat Disney sicherlich. Wahrscheinlich glaubt bei Disney niemand daran, dass es sich rentieren würde – und das könnte korrekt sein. Umso mehr Respekt würde Disney von mir erhalten, wenn dennoch solch ein Deal anberaumt würde. Schlicht, damit die Muppet-Vita endlich in einer Hand wäre.

Platz 3: Die Muppets – Briefe an den Weihnachtsmann
Drei Jahre vor Die Muppets und ein Jahr vor dem Internet-Überraschungserfolg Bohemian Rhapsody rutschten die Muppets ein letztes Mal noch bei der Suche nach ihrer zeitgemäßen, dennoch charaktergetreuen Stimme aus. War der Fernsehfilm Muppets – Der Zauberer von Oz zu sehr auf cool getrimmt, könnte dieser Fernsehfilm genauso gut auch ein Special der Sesamstraße sein – man müsste nur die Figuren und ein paar Dialogzeilen austauschen. Wobei es dann noch immer kein guter Vertreter der tollen Kindersendung mit Ernie und Bert wäre: Weichgespült, schleppend erzählt und mit langweiligen Liedern tat dieses Special den Muppets bei ihrem Streben nach popkultureller Relevanz wohl kaum einen Gefallen.

Platz 2: Wo bleiben die zwei abschließenden Staffelsets der Muppet Show?
Dies geht in eine ähnliche Richtung wie der vierte Eintrag, denn auch hier stößt Disney auf eine wirtschaftliche Hürde, die der Konzern nicht zu nehmen gewillt ist. Schon die erste Staffel der Muppet Show kam später als angekündigt auf den Markt, weil es mehr musikrechtliche Fragen zu klären gab als zunächst erwartet. Kurzerhand schnitten die Verantwortlichen einige besonders problematische Sequenzen heraus – was die Fans wenig überraschend erboste. In Deutschland dauerte es bis zur DVD-Veröffentlichung sogar noch länger, dafür wurden aber mehr Probleme gelöst, weshalb die hiesige DVD-Box mehr Material enthält als die US-amerikanische oder britische. Die Staffeln zwei und drei sind generell nahezu komplett. Und die zwei ausbleibenden Runden der kultigen Show? Laut Angaben des Disney-Konzerns stellen sich hier erneut kostspielige Lizenzfragen, die schwer zu verhandeln seien. Nun – ein Haufen Geld könnte diese gewiss klären und zumindest eine Fernsehauswertung gelingt ja. Also: Nur her mit den nächsten Staffelsets! Und was ist bitte mit Muppets Tonight?

Platz 1: Muppets – Der Zauberer von Oz

Mehr muss man ja nicht sagen, oder? Ein paar Gags sitzen, Quentin Tarantinos Gastauftritt rockt, doch alles in allem ist dieser Fernsehfilm ein kindisches, möchtegern-hippes Verbrechen an den liebenswerten Muppets. Ein wahres Grauen.

90er Nostalgie bei Coopers Kaffee


Anlässlich Jan Böhmermanns 90er-Video setzt sich ein Gros der Coopers-Kaffee-Truppe zusammen, um über das Video und die 90er zu quasseln. Und natürlich wurde das ganze speziell für eure Nostalgiebelange ins Internet gestellt! Wer also Jan, Basti, Glenn und mich über vergangene Jahre reden hören will, ist hier und hier genau richtig!

Viel Spaß beim Hören!

Sonntag, 13. April 2014

Die zehn besten Kino-Gaststars der Muppets

Es ist eine gute Zeit, Muppet-Fan zu sein: Die Muppet Show flimmert wieder über die deutschen Mattscheiben und im Kino tanzt die chaotische Truppe nur wenige Jahre nach ihrem Comeback-Film Die Muppets an, um mit Muppets Most Wanted erneut junge und alte Filmliebhaber zu unterhalten. Bevor die verrückte Komödie am 1. Mai 2014 offiziell in die deutschen Lichtspielhäuser gelangt, möchte ich an dieser Stelle auf die Kino-Vita von Kermit und Co. zurückblicken und die weniger stark besungen Helden der Muppet-Filmreihe in den Mittelpunkt rücken: Die Menschen. Ob Charles Durning als Doc Hopper oder Ricky Gervais als Dominic Fieslinger in Muppets Most Wanted; ohne die weniger pelzigen Ensemblemitglieder würde den Muppet-Filmen ein vitales Element fehlen.

Doch welche menschlichen Gastdarsteller (abseits der reinen Cameos!) sind meine Lieblinge aus dieser langen Riege? Um euch auf Muppets Most Wanted vorzubereiten, stelle ich hier mit Freuden die meiner Ansicht nach zehn besten Langauftritte vor, die Nicht-Muppets in Muppet-Kinoproduktionen bislang ablieferten!

Platz 10: Ty Burrell als Jean Pierre Napoleon in Muppets Most Wanted (2014)
Die Figur des freizeitsüchtigen, wenig kompetenten Interpol-Agenten sollte ursprünglich an Christoph Waltz gehen, der jedoch aufgrund terminlicher Überschneidungen mit Terry Gilliams Zero Theorem absagen musste. Die Vorstellung, den zweifachen Oscar-Gewinner in dieser Rolle zu sehen ist unfassbar köstlich, aber Modern Family-Darsteller Ty Burrell macht seinen Job als Inspektor-Clouseau-Verschnitt ebenfalls sehr gut. Das Drehbuch ist zwar kurz davor, seine Running Gags zu überreizen, dafür hat Burrell eine wunderbare Leinwandchemie mit Adler Sam und Miss Piggy.

Platz 9: Tina Fey als Nadya in Muppets Most Wanted (2014)
Muppets Most Wanted setzt zwar mit seinen TV-Stars auf etwas kleinere Namen in den menschlichen Hauptrollen als zuvor Die Muppets, aber keine große Kino-Schauspielerin hätte besser in diese absurde Rolle gepasst als Tina Fey: Eine hochgeschlossene, strenge, dunkelhumorige, russische Gefängnisaufseherin mit ungeheurem Faible für Kermit. Fey trifft genau die richtigen Töne, vereint gestrenges, würdevolles Auftreten mit spritzigem Humor. Und sie kann überraschend gut singen.

Platz 8: Amy Adams als Mary in Die Muppets (2011)
In den wenigen Jahren seit Kinostart der spaßigen Rückkehr der Muppets zu alter Leinwandform kam es zu einem leichten Backlash, was Amy Adams' Rolle in dieser Produktion anbelangt. Ich zumindest sehe sie aber nicht als Ballast an, der unnötig von den Muppets ablenkt. Stattdessen verankert Mary ihren von Jason Segel gespielten Freund Gary in einer Lebensweise, die den Muppets ihren Tribut zollt, aber nicht völlig von ihnen abhängig ist. Sie erfüllt also eine Funktion, hebt Gary von seinem Bruder Walter ab. Und dies mit großem Engagement: Adams singt fantastisch und all ihre Gags sitzen. Die "dramatische" Seite ihrer Figur ist etwas unterentwickelt, doch die Oscar-nominierte Actrice macht das Beste draus.

Platz 7: Ricky Gervais als Dominic Fieslinger in Muppets Most Wanted (2014)
Anders als Jason Segel lässt Muppet-Fan Ricky Gervais zwar seine Spielfreude durchschimmern, hält sich aber genügend zurück, so dass er stets charaktergetreu bleibt, statt zwischendurch wie ein Star zu wirken, der vor Freude über sein jüngstes Projekt zu platzen droht. Mit staubtrockenem Humor, einer leichten Prise Selbstironie und einem grandiosen Zusammenspiel mit dem Muppet-Schurken Constantine, Kermits bösem Doppelgänger, spielt sich Gervais wunderbar schleimig unter die amüsantesten aller menschlichen Co-Stars in der bisherigen Muppet-Filmgeschichte.

Platz 6: Juliana Donald als Jenny in Die Muppets erobern Manhattan (1984)
Als aufgeweckte, herzliche Kellnerin in einem New Yorker Diner ist Juliana Donalds Figur die wohl normalste, harmloseste aller nennenswerten menschlichen Rollen im Muppet-Kinokosmus. Doch die sympathische, bodenständige Darbietung der goldig mit den Muppets zusammenspielenden Donald geht nicht etwa unter, sondern sticht durch diese Rolle sogar positiv aus der "Konkurrenz" heraus und ist so etwas wie die ruhige, liebenswerte Seele von Frank Oz' Muppet-Regiearbeit.

Platz 5: Charles Durning als Doc Hopper in Muppet Movie (1979)
Der Vater aller Muppet-Schurken und ein Paradebeispiel für einen spaßigen, mit Klischees spielenden Bösewicht, der dennoch ernstzunehmend ist. Strikter, boshafter als Gervais in Muppets Most Wanted, weniger schrill als Chris Cooper in Die Muppets und rundum gut gespielt, aber leider nicht mit ganz so einprägsamen Momenten wie die in dieser Liste noch folgenden Ganoven: Durning war ganz klar ein Nebendarsteller im ersten Muppet-Film, jemand, der den Plot talentiert stützte, den Muppets aber ihren Raum für eigene Einlagen ließ!

Platz 4: Chris Cooper als Tex Richman in Die Muppets (2011)
In jedem anderen Franchise wäre ein mit fettem Akzent redender Geschäftsmann namens Tex Richman, der nicht lachen kann, eine filmhistorisch wertvolle Stätte zwecks Ölbohrungen abreißen will und dann noch aus Jux den Namen einer Darstellertruppe stehlen und in den Schmutz ziehen möchte ... naja ... fehl am Platz. Bei den Muppets ist so etwas normal. Und wird in diesem Film zudem sehr, sehr spaßig umgesetzt. Die Figur des Tex Richman wird von Chris Cooper gekonnt als Persiflage flacher Schurken angelegt und spart auch nicht mit Seitenhieben auf Disneys frühe Gehversuche, die Filztruppe aktuell zu machen. Hm, die Muppets aufkaufen und zynisch machen, kennen wir das nicht?

Platz 3: Jason Segel als Gary in Die Muppets (2011)
Hinter den Kulissen leistete der Nie wieder Sex mit der Ex-Frontmann einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zum Comeback der Muppets. Immerhin war er es, der Disney einen Kinofilm mit der Filzbande vorschlug und das Studio mit seinem Drehbuch überzeugte. Doch auch vor der Kamera überzeugt Segel. Sein Gary ist vielleicht nicht gerade eine handwerklich saubere Performance (dafür schimmert zu oft zu sehr durch, dass er sein Glück nicht fassen kann, an einem Muppet-Set zu sein), aber er ist ein sympathischer Hauptdarsteller, der das weniger muppetaffine Publikum an die Hand nimmt und mit einem ansteckenden Lächeln in eine Welt des Muppet-Fandaseins führt. Große Pluspunkte gibt es zudem dafür, wie natürlich er es spielt, einen Muppet als Bruder zu haben und dann natürlich für die furiose Gesangseinlage Man or Muppet.

Platz 2: Tim Curry als Long John Silver in Muppets – Die Schatzinsel (1996)
Der kultige Brite bezeichnet seinen Auftritt mit den Muppets als eine seiner liebsten Filmrollen. Und wer könnte es ihm verdenken? Wenn es zwischen dem raubeinigen Piraten Long John und dem jungen Jim Hawkins zu ruhigen Momenten kommt, spielt Curry einen glaubwürdigen Ersatz-Mentor. Wenn es aber darum geht, die machttrunkene, selbstverliebte und laute Seite des Seeräubers zu spielen, dreht Curry richtig auf. Nie war die Grenze zwischen Muppet-Schauspiel und menschlichen Co-Stars dünner als hier: Der Rocky Horror Picture Show-Star steht seinen Stoffkollegen in Sachen genüsslichem Overacting und Dynamik in Nichts nach und gibt einen der besten Disney-Realfilmschurken überhaupt ab!

Platz 1: Michael Caine als Ebenezer Scrooge in Die Muppets Weihnachtsgeschichte (1992)
Wer sonst hätte auf dem ersten Rang landen sollen? Michael Caine passt sich mit lebhafter Mimik dem Muppet-Stil an, ohne aber seine Würde abzulegen oder auf die Dramatik dieser Rolle ausmachende, leisere Akzente zu verzichten. Der Christopher-Nolan-Dauerkollaborateuer spielt emotionaler und herzlicher als jeder andere Schauspieler, der bis dato auf der großen Leinwand neben Kermit und Co. agierte und dürfte zugleich für eine ganze Generation das Bild von Charles Dickens' Geizkragen geprägt haben. Schlicht meisterhaft!