Mittwoch, 23. Juli 2014

Endlich, mehr Jack am Horizont!


So sicher wie die Gezeiten: Pirates of the Caribbean wird erneut in die Kinos segeln! Nachdem der nächste Part der bombastischen Abenteuerfilmreihe mehrere Male verschoben wurde, hat Disney nun offiziell ein neues Startdatum für Teil fünf angekündigt. Am 7. Juli 2017 ist es endlich so weit!

Kurioserweise meidet die Disneymeldung jegliche Details über den Titel, nachdem zwischenzeitlich Dead Men Tell No Tales als Untertitel in Stein gemeißelt schien. Möglicherweise haben Jerry Bruckheimers Andeutungen, dass der nächste PotC-Film nicht all zu viel übernatürliche Elemente beinhalten wird doch eine größer Aussagekraft, als von vielen Fans vermutet.

Macht euch bereit auf Jahre voller Vorfreude, denn diesem Kinotermin sehne ich entgegen. Aaaab ... jetzt!

Dienstag, 22. Juli 2014

Entengeschnatter: Kinofreud und Kinoleid


Antje freut sich darüber, oft ins Kino gehen zu können. Stephan spricht übers Essen. Sidney schimpft über unerzogene Kinogänger. Und Bianca ist die einzig zurechnungsfähige in dieser Truppe.

Ist das hier wirklich eine neue Folge unseres Podcasts oder nur ein Zusammenschnitt alter Clips? Tja. Es ist WIRKLICH eine neue Folge. Denn Bianca weißt uns auf Zimt-Popcorn hin, Stephan ist den Tränen nah, Antje schläft fast ein und Sidney stellt ausnahmsweise Mal persönliche Fragen.

Auf zum Podcast!

Samstag, 19. Juli 2014

Predators


Ein wenig erinnert der Anfang an die ersten Folgen von Lost: Ein leicht lädierter, fitter Mann in der Blüte seines Lebens landet desorientiert im Dschungel. Er ist nicht alleine. Eine ganze Gruppe von Personen ist in diesem fremden Dschungel gestrandet, und keiner weiß, wie ihm geschah. Seltsame Ereignisse lassen die verschwiegene, gezwungenermaßen zusammengeschweißte Truppe vermuten, dass sie aus einem bestimmten Grund dort gelandet sind. Aber dies ist keine Kinofassung der vor kurzem beendeten Hitserie. Wir erhalten keinen Einblick in die Seelen der Figuren, sondern bekommen nur allernötigste Alibi-Charakterisierung unserer kriegerischen Helden. Und sie sind auch gar nicht auf einer mysteriösen Insel gelandet, sondern auf einem fremden Planeten. Und schon fühlt sich Predators wie ein schwacher Neuaufguss des Kultfavoriten Predator von 1987 an. Denn obwohl Predators eine Fortsetzung darstellt und die Grundprämisse einer entführten und wild zusammen gewürfelten Truppe, die auf einem fremden Planeten als Jagdgut für eine blutrünstige Alienrasse dient, viele neue Möglichkeiten bietet, beruht sich die Produktion darauf, ihr Vorbild hölzern nachzueifern. Somit erinnert Predators eher an die zahlreichen aktuellen  Horror-Remakes, als an eine würdige Fortführung.

Anders als die Alien-Reihe besteht das Predator-Franchise aus bloß einem einzigen guten Film, nämlich John McTiernans Dschungel-Action-Horrorthriller mit Arnold Schwarzenegger. Es folgten ein schwächerer zweiter Teil und die beiden Alien vs. Predator-Crossoverfilme. Predators hatte das Potential, diese Statistik aufzubessern. Die Grundidee des Skripts beruht nicht auf wirtschaftlichem Hollywood-Kalkül, sondern aus ehrlicher Fanliebe: Mitte der 90er schrieb der damals noch nahezu unbekannte Robert Rodriguez ein Drehbuch für 20th Century Fox, das dem Studio aufzeigen sollte, in welche Richtung das Franchise aus Sicht eines treuen Fans zu gehen habe. Das Projekt wurde als zu teuer erachtet und verschwand im Archiv. 2009 kramte man es wieder heraus und bat daraufhin den mittlerweile längst in Hollywood etablierten Rodriguez, das Predator-Fanchise doch auf Basis seines Drehbuchs wiederzubeleben. Der stets mindestens fünf Projekte in der Hinterhand haltende Workaholic beschloss, den Film zu seinen Troublemaker Studios zu nehmen und als Produzent zu fungieren, statt sein nicht perfekt abgerundetes, doch ambitioniertes Drehbuch selbst aufzufrischen und zudem als Regisseur tätig zu werden. Daraufhin folgte eine Revision des Skripts durch Michael Finch und Alex Litvak. Auf Basis dieser neuen Drehbuchfassung führte dann Nimród Antal Regie. Auf dem Papier merkt man Predators, der sozusagen ein Stück offiziell verfilmter Fanfiction ist, noch immer Rodriguez‘ heiße Fanliebe an, genauso wie sich in den besseren Momenten des Films der markante, etwas anarchische Instinkt seines Produzenten verorten lässt.

Dennoch scheitert Predators in seinem Vorhaben katastrophal und man fragt sich, was Rodriguez aus seiner Grundidee rausgeholt hätte, hätte er sich wieder einmal als Ein-Mann-Filmcrew dahinter geklemmt, statt zu viele Köche an diesen Brei heranzulassen. Die Idee, hauptsächlich gefährliche und ruchlose Kämpfer auf einem Alienplaneten auszusetzen und gegen die Predators anzusetzen, hat enormes Potential und im Verlauf des Films finden sich weitere Stellen, die das Zeug zu einem spannenden, actiongeladenen und unterhaltsamen B-Movie mit A-Produktionswerten haben. Doch Regisseur Antal gelingt es weder, Rodriguez' charakteristischen Stil adäquat umzusetzen, noch die beklemmende Spannung von John McTiernans Predator einzufangen. Bis auf vielleicht drei Ausnahmen zünden die Witze nicht, den potentiell ikonischen Predator-Fanmomenten fehlt die Innigkeit zum Material und statt einer einschüchternden Atmosphäre erzeugt Antal bloß Langeweile. Die für den gewünschten Thrill benötigten Elemente sind vorhanden, aber die zähe Inszenierung lässt eine Gelegenheit nach der anderen verpuffen. Erschwerend kommt eine selbst für die Belange eines solchen Films unglaublich schlechte Charakterzeichnung hinzu. Die Motivation der Figuren wird von Szene für Szene zurecht gebogen und man kann als Zuschauer nie eine wirkliche Beziehung zu den Figuren aufbauen, so dass es einem, anders als bei Predator, unmöglich ist mitzufiebern. Die Figuren sind reines Predator-Kanonenfutter, und selbst in diesem Departement versagt der Film: Die Action ist schwerfällig inszeniert und der Splatterfreund darf im Kino enttäuscht feststellen, dass Predators seine FSK-Freigabe ab 18 Jahren einer einzigen, kurzen Gewaltspitze verdankt, während der Rest sehr zahm und blutleer ist.

Was man Predators einzig zugutehalten kann, ist Adrien Brodys Darstellung eines namenlosen Söldners, der sich aufgrund seiner Erfahrung als Kampfstratege zum Anführer der Menschentruppe aufschwingt. Die gegen den Strich gebürstete Casting-Entscheidung, Brody (Der Pianist) als Schwarzenegger-Ersatz zu wählen, geht tatsächlich auf, vor allem, da Brody als einziges Mitglied des Ensembles selbst aus den schwachen Drehbuchzeilen das Beste macht und  wenigstens einen glaubwürdigen Charakter formt. Auch Topher Grace (Spider-Man 3) als verängstigter Arzt und Walton Goggings (The Shield) als Todeszellen-Insasse können als Comic Relief zumindest in manchen Szenen überzeugen, während der Rest des Ensembles vollkommen blass bleibt. Bis auf einen lächerlich übertreibenden Laurence Fishburne (Matrix), der die im Film vorherrschende Langeweile kurz mit unfreiwilliger Komik wachrüttelt.

Predators ist eine gut gemeinte Fortsetzung mit großem Potential, die an der durchgehend schlechten Umsetzung krankt. Spannung wird durch die langatmige Regieführung im Keim erstickt, die Action wurde hilflos in Szene gesetzt und das misslungene Drehbuch macht aus pfiffigen Ideen einen müden sowie zahmen Aufwasch des Originals von 1987.

Dieser Artikel ist eine überarbeitete Fassung meiner Kritik, die ich bei Quotenmeter.de zum Kinostart veröffentlicht habe.

Freitag, 18. Juli 2014

Gelungene deutsche Filmtitel: Es gibt sie noch!


Wer nicht gerade über annehmbare Englischkenntnisse verfügt ist an den deutschen Kinokassen aufgeschmissen. Filmfreunde eines gewissen Alters (oder jene, die in der Schule halt einfach in anderen Bereichen ihre Stärken hatten), müssen einem schon leid tun, wenn sie sich durch einen Dschungel von Betitelungen wie Edge of Tomorrow, Brick Mansions, Her und The Place Beyond the Pines zurechtfinden wollen. Und selbst der beste Englischunterricht kann keine deutsche Zunge darauf vorbereiten, Eintrittskarten für Oblivion oder Maleficent zu erwerben. Andererseits dürften sich nur wenige Filmliebhaber in jene Zeiten zurückwünschen, in denen aus Wise Guys sowas wie Zwei Superpflaumen in der Unterwelt wurde. Kurzum: Das Finden eines ansehnlichen deutschen Filmtitels ist eine Kunst für sich, die alle paar Jahre andere Methoden zu ihren Favoriten erhebt.

Inspiriert von meiner Kollegin Ananke Ro, die sich kürzlich über unnötige englische Titel ausließ, möchte ich an dieser Stelle den gegenteiligen Weg beschreiten und einfach Mal Komplimente verteilen. Denn in den vergangenen Jahren fanden noch immer Filme den Weg ins Kino, deren Titel einfallsreich, rund und zutreffend sind. Und obendrein deutschsprachig.

Beispiele aus dem Jahr 2014:
  • X-Men: Zukunft ist Vergangenheit ("X-Men: Days of Future Past")
  • Das Schicksal ist ein mieser Verräter ("The Fault in Our Stars")
  • Für immer Single? ("That Awkward Moment")
  • Im August in Osage County ("August, Osage County")
  • Die Pute von Panem ("The Starving Games")
  • Zwei vom alten Schlag ("Grudge Match")
Days of Future Past dürfte bereits für Muttersprachler ein dezent verwirrender Titel sein, da ist es nur löblich, dass Fox sich an der Comicübersetzung orientierte und den für deutsche Ohren ähnlich wirkenden Titel Zukunft ist Vergangenheit wählte, statt den US-Titel beizubehalten. Beim Romantikdrama Das Schicksal ist ein mieser Verräter haben wir den schönen, eigenständig denkenden Titel zwar der Romanübersetzung zu verdanken, aber heutzutage muss man sich ja schon freuen, wenn aktuelle Romane in ihrer Kinoversion nicht auf einmal wieder englische Titel haben. Für immer Single? ist zwar generisch, trifft den Plot aber besser als der US-Titel, der sich an einem halbgaren Subplot aufhängt. Bei Im August in Osage County helfen zwei kleine Partikel hiesigen Filmfreunden, den Titel so zu verstehen, wie englische Muttersprachler den US-Titel verstehen (Zeitangabe, Ortsangabe), weshalb ich um diese vom Verleih in letzter Sekunde getätigte Entscheidung sehr froh bin. Und so dämlich Die Pute von Panem ist, so ist der Gag noch immer über dem Niveau der Filme der für diese Parodie verantwortlichen Regisseure. Sowie eine Übersetzung, bei der kreativ gedacht wurde. Genauso gut hätte es auch The Hungry Games werden können oder Die Tribute von Penam. Tja, und Zwei vom alten Schlag hat einfach Charme, wie ich finde. Guter Titel für eine Boxkomödie.

Beispiele aus dem Jahr 2013:
  • Der Hobbit: Smaugs Einöde ("The Hobbit: The Desolation of Smaug")
  • Die fantastische Welt von Oz ("The Great and Powerful Oz")
  • Das hält kein Jahr ..! ("I Give it a Year!")
  • Die Bestimmer - Kinder haften für ihre Eltern ("Parental Guidance")
  • Prakti.com ("The Internship")
  • Alles eine Frage der Zeit ("About Time")
Smaugs Einöde wird zwar kaum in den Titelolymp aufsteigen, doch wenn man bedenkt, dass wir beinahe Die Einöde von Smaug bekommen hätten, muss ich diesen Titel einfach lobend erwähnen. Schön, dass Warner auf die Kritik reagiert hat. Und wenn Disney schon angesichts der mäßigen Bekanntheit der Oz-Romane Zuschauer nicht mit Der große und mächtige Oz locken will, dann wenigstens mit dem ebenso treffenden und schöne Bildwelten versprechenden Die fantastische Welt von Oz. Das hält kein Jahr ..! ist sprachlich angenehmer als die gewiss ebenfalls intern besprochene Idiotenübersetzung Ich gebe denen ein Jahr. Bei Die Bestimmer - Kinder haften für ihre Eltern könnte ich auf den Übertitel verzichten, der Untertitel jedoch trifft den nicht sofort ersichtlichen Gag des US-Titels. The Internship ist ein sterbenslangweiliger Titel für eine Komödie, da ist mir das zwar alberne, aber knuffige Wortspiel des deutschen Titels viel lieber. Alles eine Frage der Zeit schlussendlich nimmt einen englischen Titel, den viele Verleiher sicher beibehalten hätten und übersetzt ihn kongenial.

Beispiele aus dem Jahr 2012:
  • Ziemlich beste Freunde ("Intouchables")
  • Merida: Legende der Highlands ("Brave")
  • Wie beim ersten Mal ("Hope Springs")
  • Was passiert, wenn's passiert ist ("What to Expect When You're Expecting")
Die Unantastbaren wäre zu nah an Die Unbestechlichen und Die Unglaublichen, also war Kreativität gefragt. Ziemlich beste Freunde passt zum Filminhalt und weckt Neugier. Passt! Merida: Legende der Highlands ist viel schöner als eine Direktübersetzung oder das Beibehalten von Brave, außerdem ist der Titel ehrlicher. Denn "mutig" ist an diesem Pixar-Machwerk nichts. Hope Springs als Ortsangabe und Aussage über wiedererwachende Hoffnung lässt sich nicht retten, also bleibt die Wahl zwischen einer freien Übersetzung oder dem englischen Titel. Oder einem dummen Untertitel. Wie beim ersten Mal beschreibt genau, was passiert (alte Menschen entdecken ihre Liebe mit naiven Augen wieder) und ist daher lobenswert. Was passiert, wenn's passiert ist ist im Grunde die einzig logische Übersetzung, doch wen hätte es überrascht, wäre aus dem US-Titel Was erwarten, beim Erwarten? oder In voller Erwartung geworden wäre? 

Dies wären erstmal ein paar Beispiele, die ich gerne anbringen wollte. Doch es gibt noch viele weitere deutsche Filmtitel, die besser sind als ihr Ruf. Manchmal fallen sie bei all den behämmerten Filmtiteln schlicht nicht mehr auf ...